| 789 |
Erste urkundliche Erwähnung (königliche Eigenkirche). |
| 958 |
Geht mit weiteren Schenkungen Kaiser Ottos I. an das Bistum über. |
| 1464 (27.04.) |
Bei einem Stadtbrand zerstört; die Umfassungsmauern und der Turm bleiben vermutlich zum grösseren Teil bestehen. |
| 1471 - 1491 |
Wiederaufbau unter Werkmeister Steffan Klain von Freistadt (Oberösterreich). Die Kirche wird nach Osten um ein Joch verlängert; 1473 wird der neugebaute Polygonalchor neu gewölbt, 1491 sind Lang- und Seitenschiff fertig. |
| 1490 - 1500 |
Herstellung des eichernen Chorgestühls mit Heiligenreliefs; es stammt aus der Werkstatt des Meisters Jakob Russ aus Ravensburg, dem Ersteller des Hochaltars in der Kathedrale. |
| 1492 - 1519 |
Entstehungszeit der Altäre; der Hochaltar stammte vermutlich von einem Memminger Meister. |
| 1505 - 1509 |
Abbruch des alten und Baubeginn des neuen Turms, vermutlich wird dieser bis auf die Höhe der Glockenstube errichtet, da auch neue Glocken erwähnt werden. Ob zu der Zeit auch die bunt bemalte Martinsplastik aus Sandstein entstanden ist, oder ob sie nachträglich von einer Nische an der Westfront der Kirche hierher versetzt wurde, lässt sich nicht mehr ausmachen. |
| 1519 |
Mit der Verleihung des Vorschlagsrechts für die Pfarrei St. Martin durch den päpstlichen Nuntius ist ein wichtiges Recht vom Bischof an die Stadt übergegangen und bestärkt diese in ihren Autonomiebestrebungen. |
| 1523 |
Der Stadtrat macht sein Vorschlagsrecht geltend und beruft Johannes Comander an die seit 1522 verwaiste Pfarrstelle; damit wird die Reformation in Chur eingeleitet. |
| 1527 |
Abschaffung der Messe und Einführung des Abendmahls; die Bilder werden aus der Kirche entfernt. |
| 1528 - 1533 |
Verkauf der Messgewänder und der Kirchenzierden, Zerstörung der Altäre; Einschmelzen des Silberschatzes. |
| 1534 - 1535 |
Mit der Errichtung einer Wächterstube ist der Bau des neuen Turms abgeschlossen. |
| 1537 |
Instruktionen für den Stadttrompeter als Wächter auf dem Turm. |
| 1558 |
Bau der Kanzel und Befestigung am mittleren Pfeiler der Südwand (erst bei der Renovation von 1918 wurde sie an den heutigen Standort am Chorbogen verschoben). |
| 1589 |
Erste Erwähnung einer Turmuhr. |
| 1590 |
Verlegung des Prangers von einem Haus am Martinsplatz an den Turm (schon 1583 vom Rat beschlossen). |
| 1613 |
Orgel mit 565 Pfeifen von Anton Menting von Augsburg wird aufgerichtet. |
| 1697 |
Malereien am Turm von Organist Vincenz Schmidt (erneuert: 1766 durch Wolfgang Pfanner von Wangen; 1846 nach Entwurf von Kühlenthal durch P. Raimondi; 1895 bei Neuverputz entfernt). |
| 1709 |
Neuguss der Mittagsglocke durch Mattheus Albert. |
| 1712 |
Eindeckung des Turmdachs mit lärchenen Schindeln und Erneuerung des Kupferknopfs. |
| 1730 |
Guss einer Betglocke durch Christian Schmid von Bregenz (gab zu Reklamationen Anlass). |
| 1734 |
Neuguss der Mittags- und der Betglocke. |
| 1832 |
Vergoldung des Kupferknopfs. |
| 1841 |
Umguss der grossen Glocke durch Glockengiesser Theus von Felsberg. |
| 1846 |
Neuguss der drei kleinen Glocken durch Jakob Keller, Unterstrasse. |
| 1867 |
Neue Orgel von Kuhn und Spaich von Männedorf. |
| 1889 |
Die Wächterstube von 1534 wird durch einen neugotischen Turmaufsatz ersetzt; stösst bei der Bevölkerung auf heftige Kritik. |
| 1898 |
Da die Glocken seit 1846 nicht mehr zusammenstimmten, neues Geläute von Gebr. Theus, Felsberg (die Glocken von 1846 kommen nach St. Regula). |
| 1917 - 1918 |
Umfassende Renovation durch die Architekten Schäfer und Risch. Der Turm erhält den heutigen Spitzhelm; der Vorbau an der Eingangstreppe soll an den karolingischen Charakter der 1464 zerstörten Kirche erinnern; Glasfenster an der Südwand von Augusto Giacometti. |
| 1921 |
Über Tag wird die Wache auf dem Turm eingestellt. |
| 1922 |
Elektrischer Alarm und eine Läuteeinrichtung machen den Türmerdienst vollends überflüssig. |
| 1989 - 1990 |
Gesamtrestaurierung durch die Architekten Liesch und Mason (auf der Basis der Renovation von Schäfer und Risch von 1917 - 1918). |
| 1994 - 1995 |
Bei Grabungen auf dem Martinsplatz stossen die Archäologen auf hoch- und spätmittelalterliche Friedhofanlagen (im Anschluss an die Reformation wird der Friedhof 1529 nach Scaletta ausserhalb der Stadtmauern verlegt) und auf Fundamente von Häusern, die nach dem Brand von 1574 nicht mehr aufgebaut worden waren. |